Prof. Dr. Ulrich Duchrow (Heidelberg):

Rückfragen an Rainer Stuhlmann

 

STUHLMANN, Rainer: Wir weigern uns, Feinde zu sein. Hoffnungsgeschichten aus einem zerrissenen Land. Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verlagsgesellschaft, 2020.

 

Ein ambivalentes Buch. Der Autor lebte von 2011 bis 2016 als Studienleiter im interreligiösen Dorf Nes Ammim im Norden Israels. Dieser Ort „hat zu einer Parteilichkeit gefunden, die auf beiden Seiten [Israel und Palästina, UD] die Minderheit unterstützt, die sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzt“. Beide Seiten danken für diese „doppelte Solidarität“ auf der Basis der Einsicht, dass der Status quo „auf Dauer für beide Seiten nicht akzeptabel ist“ (S. 14). Auf dieser Basis vertritt er die These: Entweder man hat ein Herz für beide „Narrative“ über die Situation in Palästina/Israel, das israelische und das palästinensische, oder man tritt für die PalästinenserInnen ein und ist Gegner der Israelis und ihrer UnterstützerInnen und umgekehrt. Außer dieser Alternative gibt es keine dritte Möglichkeit. Dazu habe ich drei Rückfragen: 1. Geht es in dieser Frage nur um „Herz“, also Einstellungen, Gefühle, persönliche Verhaltensweisen? 2. Gibt es eine soziale, wirtschaftliche, rechtliche, politische, militärische Realität, die – wenn auch nur mit wissenschaftlicher Wahrscheinlichkeit, aber doch über Narrative und persönliches Verhalten hinaus – festgestellt werden kann und ausgesprochen werden muss? 3. Gibt es Positionen jenseits der behaupteten Alternative.

Zu 1: Die ersten Kapitel bieten beeindruckende Geschichten von PalästinenserInnen und Israelis, die sich gemeinsam oder alleine bemühen, kleine Schritte des Friedens zu gehen. Klar, diese Ansätze stellen hervorragende Beispiele von widerständigem Minderheitshandeln gegen den Strom dar und bilden im Rahmen einer Gesamt-Friedensperspektive ein zentrales Element. Am Beginn steht die Geschichte der Familie Nassar, deren Weinberg im Westjordanland von aggressiven israelischen  „Siedlungen“ umgeben ist, die nach diesem Land gieren. Die Familie wehrt sich dagegen mit internationalen Freiwilligen, die als Tent of Nations durch ihre Präsenz, so weit es geht, vor Angriffen der Kolonisten und den Schikanen der Armee schützen. Am Tor dieser Farm steht in vielen Sprachen: „Wir weigern uns, Feinde zu sein“ – genutzt als Titel des Buches.

Dessen Problem wird aber deutlich, wenn St. die „doppelte Solidarität“ erläutert mit der Erfahrung, dass ein befreundetes Ehepaar sich trennte, wobei jeder Partner hoffte, er würde seine/ihre Partei ergreifen, sein Herz aber „Platz für jeden einzelnen hatte“ (156). D.h. er personalisiert die Probleme, so als ginge es um persönliche Haltungen, Gefühle und Verhaltensweisen. Die von ihm nicht reflektierte Übertragung dieses Beispiels auf die soziale, ökonomische, rechtliche, politische und militärische Realität in Israel/Palästina würde ja bedeuten: Der eine Ehepartner wird vom andern täglich beraubt, verhaftet, gar getötet, jedenfalls systematisch rechtswidrig unterdrückt. Wenn das so wäre, hätte er da nicht die Pflicht gehabt, um beider willen auch etwas gegen diese massive Asymmetrie zu tun, statt nur in schöner Ausgewogenheit mit ihnen befreundet zu bleiben?

Zu 2: Ist es deshalb nicht nötig, so weit wie möglich auch die soziale, ökonomische, rechtliche, politische und militärische Realität zu erfassen, um neben den persönlichen Ansätzen auch strukturell in Richtung Gerechtigkeit und Frieden arbeiten zu können? Dieses Bemühen ist bei St. nicht festzustellen. In verschiedenen Zusammenhängen ist sogar deutlich, dass er bemüht ist, die Realität so hinzubiegen, dass beide Narrative noch halbwegs vereinbar bleiben. Z.B. beeilt er sich immer wieder, wenn es z.B. um Gewalthandlungen des Staates Israel geht, sofort hinzuzufügen, dass auch die Araber Gewalt anwenden – ohne die jeweiligen Kontexte, die Asymmetrie der Macht und auch die Unterschiede zu erläutern. Hierfür einige Beispiele, die auch z.T. klare historische und faktische Fehldarstellungen enthalten. S. 169ff. behandelt er, was er „Palästinensische Etiketten“ nennt. Das erste ist das Wort „Apartheid“ für den Staat Israel. Warum verschweigt er den deutschen LeserInnen, dass dieses Wort nicht einfach einen bestimmten historischen Fall wie Südafrika kennzeichnet, den man vergleichen kann oder nicht, sondern dass es einen juristischen Tatbestand darstellt? Eine Untereinheit der UNO hat unter Heranziehung führender Völkerrechtler wie Richard Falk klar festgestellt, dass nach geltendem Recht Israel ein Apartheidstaat ist und sich damit eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit schuldig macht.[1] Inzwischen kamen die israelischen und US-amerikanischen Menschenrechtsorganisationen B'Tselem und Humann Rights Watch zum gleichen Ergebnis. Und kennt er nicht selbst das israelische Nationalstaatsgesetz von 2018, das nur Juden, nicht den PalästinenserInnen, die in Israel leben, Selbstbestimmungsrecht und volle Staatsbürgerschaft gewährt? Oder die Situation in Westjordanland, das seit 1967 völkerrechtswidrig besetzt ist und in dem völkerrechtswidrige Kolonien ein eigenes Straßennetz zur Verfügung gestellt bekommen, das „for Israelis only“ ist? Das alles soll nur ein „palästinensisches Etikett“ sein und keine Realität?

Für ein weiteres Etikett dieser Art hält er das Wort „Imperium“. Einmal abgesehen von der historischen Tatsache, dass das britische Imperium Hebamme für die Entstehung eines Staates Israel war, sollen die deutschen LeserInnen offenbar nicht mit der Tatsache beunruhigt werden, dass Israel sein völkerrechtswidriges Besatzungsregime und seine systematische Missachtung der Menschenrechte nur aufrechterhalten kann, weil die USA, Europa und insbesondere Deutschland es bedingungslos finanziell, militärisch und politisch unterstützen, also weil es Teil des westlichen Imperiums ist.

Vollends deutlich wird St.'s Desinteresse an historisch und juristischen Forschungsergebnissen, wenn er im Anhang (201ff.) seine Skizze der Vorgeschichte der gegenwärtigen Situation vorlegt. In einem Satz: Er enthält der deutschen Öffentlichkeit die Ergebnisse der Forschungen der sog. Neuen israelischen Historiker vor, die seit über 40 Jahren die damals geöffneten Militärarchive auswerten und viele der auch in Deutschland noch geglaubten Mythen durch ein neues Realitätsbild ersetzt haben. Hier einige Beispiele: unter dem Jahr 1929 berichtet St. über gewaltsame arabische Ausschreitungen gegen jüdische ImmigrantInnen. Was er aber als geschichtlichen Zusammenhang verschweigt, ist folgendes:[2] Es hatte einen Versuch gegeben, eine friedliche Form von Zionismus umzusetzen. Die frommen Juden, die Jahrhunderte lang mit den Arabern in Frieden zusammengelebt hatten, lehnten den Zionismus strikt ab. Deshalb stellten die Rabbiner des Alten Jischuv 1924 Kontakte zu den arabischen Führern her. Es wurde ein Dokument erarbeitet, in dem die Araber einer jüdischen Masseneinwanderung zustimmten unter der Bedingung, dass diese keine nationalistischen Strukturen aufbauen würden – eine Vorstellung, die etwa dem Zionismus eines Martin Bubers entspricht. Als der Niederländer Jacob de Haan beauftragt wurde, diese Einigung von der britischen Mandatsregierung in London anerkennen zu lassen, wurde er kurz vor seiner Abreise nach London von einem Agenten der zionistischen paramilitärischen Organisation Haganah ermordet. Das war das Ende der Versuche, einen friedlichen Zionismus in Palästina umzusetzen. Ähnlich erging es dem Grafen Bernadotte, als er 1947/48 die UNO-Beschlüsse in Israel umsetzen sollte. Auch er wurde ermordet. Seither herrscht die auf Gewalt setzende Form des Zionismus, der entsprechend Gegenreaktionen der palästinensischen Bevölkerung hervorruft.

Besonders fragwürdig ist St.'s Festhalten an Israel reinwaschenden Mythen bei Darstellung der Staatswerdung 1947/48, ohne die Forschungsergebnisse der “Neuen Historiker“ zu berücksichtigen. Das zeigt sich besonders in dem Anhang, der überschrieben ist: „'Mein' Narrativ – gespeist aus israelischen und palästinensischen Narrativen“. Darin schreibt er zum 29. November 1947 (dem Tag der UN-Entscheidung zur Teilung des Landes): „Schon in der Nacht nach dem UN-Beschluss gibt es blutige Ausschreitungen gegen Juden in arabischen Ländern...Auch im Lande eskaliert die Gewalt mehr und mehr“. Dann geht St. sofort zum Tag der Ausrufung des Staates Israel am 14. Mai und dem Abzug der englischen Mandatsmacht am 15. Mai 48 über. Nach den Andeutungen über arabische Gewalt sagt er also kein Wort über die Zeit zwischen 29.11.47 und 14.5.48. Was geschah da? Das hätte er z.B. bei einem der Neuen israelischen Historikern, Ilan Pappe, nachlesen können:[3] Sofort nach dem UN-Beschluss, also noch unter der Verantwortung der Engländer beginnen ca. 50.000 zionistische paramilitärische Militärs, darunter die Hälfte in der britischen Armee trainiert (ihm stehen ca .7.000 schlecht bewaffnete Selbstverteidigungskräfte gegenüber), mit der systematischen Vertreibung (und vielfach Ermordung) der PalästinenserInnen und mit der Zerstörung ihrer Dörfer – ab März 48 nach dem Plan-D (Dalet). Bis zum 14. Mai, also der Ausrufung des Staates Israels und dem dann folgenden Abzug der Engländer, sind bereits 250 000 Menschen der ethnischen Säuberung zum Opfer gefallen. Warum fehlt das in St.'s „Narrativ“ für die deutschen LeserInnen? Die Vollendung der Vertreibung (mit 750 000 Flüchtlingen), die Nakba (Katastrophe) wird dann zwar erwähnt, aber als Folge des von den Arabern begonnenen Kriegs. Und schließlich folgt dann noch die Geschichtslüge, dass in den darauf folgenden Jahren 700 000 Juden aus arabischen Ländern fliehen mussten, während das Gegenteil der Fall ist, dass nämlich die israelische Regierung mit allen, auch zweifelhaften, Mitteln versuchte, Juden aus diesen Ländern nach Israel zu holen.[4]

Ähnlich kontrafaktisch behauptet er, die absolut demokratische Wahl 2006 mit dem Sieg der Hamas sei deshalb gescheitert, weil die Hamas das Ziel verfolgte, „Israel zu vernichten“. Es gibt genaue wissenschaftliche Darstellungen des Vorgangs.[5] Diese zeigen, dass die Hamas und ihre vielen Bürgermeister wegen ihrer sozialen und nicht-korrupten Politik auf örtlich-regionaler Ebene das Vertrauen der Bevölkerung gewonnen hatte. Nach dem Wahlsieg hielt sie sich an alle Abmachungen und Verträge. Außerdem wollte sie eine Regierung der nationalen Einheit bilden. Diese wurde aber von den USA und Teilen der Fatah hintertrieben. Daraufhin bildete sie allein die Regierung. Auch die folgende zunächst erfolgreiche Regierungsarbeit wurde zunehmend unmöglich gemacht, weil schließlich USA und der Westen zusammen mit Teilen der Fatah die Regierungsarbeit sabotierten, schließlich die korrekt verlaufenen Wahlen nicht anerkannten und so die Demokratie in Palästina bis heute abschafften. Dies festzustellen heißt nicht, die Gewalttätigkeit und den Fundamentalismus von Hamas zu befürworten. Aber warum sollen deutsche LeserInnen dem Mainstream widersprechende Fakten nicht erfahren? Spielt die Realität bei der doppelten Solidarität gar keine Rolle? So verbergen die wundervollen versöhnlichen Geschichten letztlich die Ungerechtigkeit der Realität.

Zu 3: Im Blick auf St.'s Einschätzung der Debatte in Deutschland nimmt er von seinem Buchtitel Abschied und kennt außer Menschen in seiner „doppelten Solidarität“ nur Gegner. Entweder sind sie s.E. Freunde Israels und müssen deshalb Gegner Palästinas sein oder umgekehrt pro-palästinensisch und darum anti-israelisch. Er kann sich offenbar nicht vorstellen, dass jemand über die Realität, also die systematischen Völkerrechts- und Menschenrechtsverletzungen des Staates Israels die Wahrheit sagt, gerade weil er oder sie um die Zukunft beider, sowohl der Israelis wie der Palästinenser, bangt. Diese Position vertreten viele Israelis, Juden in aller Welt und auch ChristInnen weltweit – auch in Deutschland, insbesondere Kairos Palästina und das Kairos Palästina Solidaritätsnetz in Deutschland. Diese beiden verzeichnet er vollständig als antiisraelisch, ohne sich um deren Selbstverständnis oder Handeln zu kümmern. So wirft er dem Solidaritätsnetz vor, keine kontroversen Debatten führen, sondern nur unter Gleichgesinnten bleiben zu wollen. Dazu möchte ich nur feststellen, dass beim Dortmunder Kirchentag 2019 die Rheinische und Westfälische Kirchenleitung gebeten wurden, jemanden zu einem Podium des Netzes zu delegieren, um mit dem Antisemitismusforscher Wolfgang Benz und mir über Kairos Palästina und den Umgang mit dem Antisemistismusvorwurf in Deutschland zu diskutieren. Das Ergebnis der Anfrage: Absage. Offenbar ist eine Position, die für eine gemeinsame Zukunft der Palästinenser und Israelis auf der Basis von Gerechtigkeit eintritt, auch kirchlich nicht erwünscht. Eine solche Position vertreten übrigens auch jüdische oder jüdisch geleitete Organisationen in Deutschland, die allerdings eine Minorität darstellen. Sie fordern um der Zukunft nicht nur der PalästinenserInnen sondern gerade auch der Israelis willen einen Neuanfang auf der Basis des Rechts, angefangen mit dem Ende der völkerrechtswidrigen Besatzung, so z. B. Die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost und das Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern (BIP).

Als Fazit wären also diese drei Fragen zu beantworten: Geht es nur um persönliche Verhaltensweisen oder auch politische Realitäten? Gibt es jenseits von Narrativen auch halbwegs gesicherte Erkenntnisse? Muss man sich zwischen der Alternative „Ein Herz für beide“ auf der einen und Gesprächsunfähigkeit auf der anderen Seite entscheiden oder gibt es eine Position, die um der Palästinenser und um der Israelis willen die Realität benennt und eine Lösung für beide auf der Basis der Gerechtigkeit sucht? Diese Fragen werden mit Sicherheit eine große Rolle bei der Vollversammlung des ÖRK in Karlsruhe 2022 spielen, so dass wir uns rechtzeitig darauf vorbereiten sollten.

Zum Schluss eine direkte Frage an Rainer Stuhlmann: Könnte es sein, dass Sie das palästinensische Wort, „Wir weigern uns, Feinde zu sein“ missbrauchen für eine Position, die in Ausgewogenheit für Versöhnung ohne Gerechtigkeit eintritt? Familie Nassar sagt diesen Satz unter Lebensgefahr mit einem klaren Bekenntnis zur Gerechtigkeit. Sie ist eine Familie aus der Lutherischen Gemeinde in Bethlehem, die klar hinter der Position von Kairos Palästina steht, dass Unterdrücker und Unterdrückte beide befreit werden müssen, damit ein Leben jenseits der Gewalt für beide Völker in Zukunft möglich wird.

Übrigens: Diese Rückfragen sind nicht in Feindschaft geschrieben, sondern in Solidarität.

Prof. Dr. Ulrich Duchrow (Heidelberg):

[1]    Vgl. https://web.archive.org/web/20170316054753/https://www.unescwa.org/sites/www.unescwa.org/files/publications/files/israeli-practices-palestinian-people-apartheid-occupation-english.pdf.

[2]    Vgl. RABKIN, Yakov M.: Im Namen der Thora. Die jüdische Opposition gegen den Zionismus, Aus der aktualisierten hebräischen Ausgabe übersetzt von Abraham Melzer. Frankfurt am Main: Westend Verlag Fiftyfifty, 2020, 253.

[3]    PAPPE, Ilan: Die ethnische Säuberung Palästinas. Berlin: Haffmans & Tolkemitt, 2014. Die gleichen Fakten finden sich bei dem rechten Historiker Benny Morris, der aber sagt: So musste es sein.

[4]    Vgl. z.B. http://schmok.blogsport.eu/2011/01/12/offener-brief-an-die-heinrich-boll-stiftung/.

[5]    Vgl. z.B. BAUMGARTEN, Helga: Kampf um Palästina - Was wollen Hamas und Fatah?. Freiburg: Herder, 2013, 154ff..


Ulrich Peter: Lutherrose und Hakenkreuz. Die Deutschen Christen und der Bund der nationalsozialistischen Pastoren in der evangelisch-lutherischen Kirche Mecklenburgs, Kiel: Lutherische Verlagsgesellschaft 2020 610 S.

Ulrich Peter legt hier ein Grundlagenwerk vor - als ausgewiesener Forscher zur Faschisierung und religiösem Sozialismus; als Theologe und Historiker, viele Jahre Berufsschullehrer in Berlin, gewerkschaftlich aktiv. Seine Frage: Was machte ev. Christen, Pastoren und Kirchenbehörden anfällig für den NS-Faschismus und was ist – so frage ich beim Lesen - folglich zu befürchten bei möglicher künftiger Verschärfung der Lage?

Die ca 400 Pastoren der Mecklenburgischen Landeskirche hat er im Blick (es waren Männer). Die Landeskirche war schon Anfang 1933 eine „braune Kirche“ mit Antisemitismus, Rassismus und der Ablehnung von Demokratie. Denn schon vor 1933 war diese Landeskirche durch Generationen hindurch geprägt gewesen von einer Personalpolitik (Kaderpolitik) im stramm obrigkeitlich, nationalistischen Sinn („Königs-bzw Kaisertreue“). Stramm auch gegen „die Moderne“ mit wissenschaftlicher Kritik und Aufklärung, gegen Gewerkschaften, gegen Sozialistische Alternativen und gegen Revolution sowieso. Diese zentralistisch,  autoritär regierte Landeskirche im „neo-lutherischen“ (d.h. reaktionären) Profil war geprägt durch drei Bischöfe: vom erz-konservativen Theodor Kliefoth (im 19.Jahrhundert),vom den Konservativen und Verharmloser der NS-Ideologie Heinrich Rendtorff (1930 – 34) und vom ehrgeizigen NSDAP-Parteimitglied Bischof Walther Schultz (1934 – 1945).

1933 war diese Landeskirche dort, wo der NS-Staat sie gut brauchte: Aber Hitlers Parteigänger in dieser braunen Kirchen waren verblüfft, als der NS-Staat ab 1936/37 auch eine „braune Kirche“ nicht mehr brauchte und das Volk lieber selber durchregierte. Die in dieser Landeskirche tätigen (oft aus kleinbürgerlichen, abstiegsbedrohten  Verhältnissen stammenden) Pastoren waren selber autoritäre „Führer“-Persönlichkeiten, sie überboten sich in Treue zum NS-Führer Hitler und zur NS-Weltanschauung samt Rassenlehre; als Ellbogen-Menschen integrierten sie gegeneinander und zerstritten sich, wer der beste „Kämpfer“ sei. NS-kritische Theologen wie  Aurel von Jüchen oder Karl Kleinschmidt bildeten eine marginale Minderheit; insgesamt wuchs immerhin die Zahl der Pastoren der NS-kritischen „BK“ = „Bekennenden Kirche“, aber sie blieben in Mecklenburg ohne Einfluss. -Während des 2.Weltkrieges fanden viele Pastoren ihre Erfüllung als „Krieger“ „an der Front“– zumal in der Sowjetunion, dem „Reich des Bösen“.- Ulrich Peter zeichnet das alles nach,  sorgfältig belegt, sehr spannend lesbar, mit erschreckenden Zitaten und etlichen biografischen Hinweisen bzw einem ganzen Kapitel im Buch.

An diesem Werk wird künftige Forschung nicht vorbei kommen. Weil Ulrich Peter sich konzentriert auf die „Ordinierten“ (Bischöfe, Oberkirchenräte und Pastoren), erfährt man wenig vom  Adel, von Arbeitern, Angestellten. Eigenständig denkende Intellektuelle (wie die Heinemanns in Essen, die Bonhoeffers in Berlin u.a.) sucht man in solch einer Generationen-lang geprägten Kirche sowieso vergebens.

Mir gruselt, wenn ich das Ganze auf mich wirken lasse und von heute aus in die Zukunft denke? Wo steht die evangelische Kirche in ein, zwei oder drei Generationen? Wenn heute und morgen sich die „braune Pest“ (AfD u.a.), die Auflösung „der gesellschaftlichen Mitte“, eine Ent-Demokratisierung weiter verbreiten sollte? Der deutsche Protestantismus leidet schon jetzt unter der (bischöflichen sowie Präses-) Zentralisierung, dem Abbau von Freiheiten an der Basis, der Zementierung der Pastorenherrschaft ( mit deren Kampfbegriffen „Leitung“, „Loyalität“) und der Zurückdrängung des Vereins-Protestantismus mit seinen Möglichkeiten der Selbstorganisation (Frauen, Chöre, Solidaritäts- und Friedensgruppen), dem Abbau von „Doppelstrukturen“ ( die Freiräume doch erst ermöglichen und sichern). Der deutsche Protestantismus betreibt seit Jahrzehnten eine „Sonder-Ökumene“ durch  eigene zwischen-kirchliche Beziehungen in anderen Erdteilen, zu dortigen Kirchen, deutschen Auslandsgemeinden und zu früheren Missions-Kirchen. Aber der Ökumenische Rat der Kirchen (Genf) mit seinen unbequem kritischen Debatten und alternativen Entwürfen aus der Perspektive des „Südens“ des Planeten Erde ist nicht im Blick, nicht auf Sendung, dringt nicht durch. „Genf“ als Sitz vom Ökumenischen Rat der Kirchen lässt sich abtun als peinlich nerviger, lästig teurer Bittsteller. Franziskus in Rom lässt sich abtun mit einer Abwehrhaltung wie: “Sollen die doch erstmal mit Frauenordination und dem Missbrauch klar kommen…“. Wie geht es weiter? Kirchentage werden langweilig wie es schon längst die Ev. Akademien sind, weil moderiert wird aber keine eigene Position bezogen und in der Gesellschaft offensiv vertreten wird. Kritische Gesellschaftsalternativen, sozial-ökologische Aufbrüche stehen auf kirchlichen Internet-Seiten aber finden als Praxis und Kampagnen außerhalb der verfassten Kirche statt. Wer weiß, wann die bisherige großartige Entschiedenheit der EKD im Sinne von „Pro Asyl“ und für „Gerechter Frieden“ der Badischen Landeskirche kippen? Immerhin werden – leider - AfD-Positionen von bestürzend vielen Kirchenmitgliedern vertreten! Was ist, wenn sie sich in der Ev. Kirche eines Tages durchsetzen wie in den USA die evangelikalen Trump-Unterstützer? - Die Kirchen in Deutschland haben schon jetzt ein Nachwuchsproblem, denn wer von den vielen ethisch orientierten, engagierten Jugendlichen will  Pastorin/Pastor werden in einer Kirche (wie einem „Gebetsverein“), mit schwindender gesellschaftlicher Relevanz? Wo kann ich mich (im Sinne von Greta) einbringen mit unbestechlicher Kritik an den schlechten Verhältnissen, als Selbstorganisation, in bohrender Eigenständigkeit, mit Basis-Arbeit, im Mut zum Risiko? – Solche Fragen sind dem Autor Ulrich Peter vermutlich nicht fremd, zählt er sich doch zu den Religiösen Sozialisten.  So ist dieses großartige Buch zugleich ein Weckruf im aktuellen kirchlichen Biedermeier-Dornröschenschlaf.

Hartmut Dreier

 


Georg Möllers und Jürgen Pohl: Tisa und Fritzi von der Schulenburg, Schicksalhafte Lebenswege im Vest Recklinghausen.


Veröffentlichung des Vereins für Orts- und Heimatkunde und der VHS Recklinghausen, Recklinghausen 2021, 88 Seiten, farbig, zahlreiche Fotos u. Abbildungen, ISBN 978-3-9817469-0-7, 9,80 € (Subskription 2021, danach 12,80 €)

Wer sich mit Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg und seiner Schwester Elisabeth Gräfin von der Schulenburg beschäftigt, stößt auf Lebenswege voller Gegensätze, Brüche, Umorientierungen und Katastrophen, die den Stoff für griechischer Tragödien hätten bilden können. Es sind auch Leben voller existentieller Entscheidungssituationen mit verhängnisvollen Fehlern und mutigen Entscheidungen, voller Versagen und voller Zivilcourage.

Der irritierende Weg des „Preußen, Nationalsozialisten und Hochverräters“ (Die Zeit, 6.4.1990) endet für die  „Schlüsselfigur der Verschwörung“ (H. Mommsen) gegen Hitler mit der Hinrichtung am 10. August 1944 in Plötzensee.

Der ebenso wenig geradlinige Weg seiner einzigen Schwester vom radikalen Ausbruch aus der Familientradition hinein in das künstlerische Milieu der  „Goldenen Zwanziger“ in Berlin  scheint sich während ihres Exils mit ihrem jüdischen Ehemann in England von dem seinen radikal zu trennen. Und doch kreuzen sich ihre Wege wieder. In der konspirativ geheim gehaltenen Gemeinsamkeit der Gegnerschaft zum NS-Regime erfahren sie erneut ihre Nähe. Sie wird Tisa als Ursulinenschwester Paula und als Künstlerin im Engagement für die Würde des Menschen in der Arbeit, v.a. im Bergbau und die Wahrung der Menschenrechte weltweit über den gewaltsamen Tod Fritzis hinaus ihr Leben lang begleiten.


Verein für Orts- und Heimatkunde Recklinghausen e.V.

URL: www.geschichte-recklinghausen.de


  1. Von german-foreign-policy

Newsletter - Die deutsche Frage

(Eigener Bericht) - Berliner Regierungsberater und Außenpolitikexperten mahnen zu Kurskorrekturen in der deutschen EU-Politik. Eine gravierende Schwäche der Union bestehe darin, dass die Eurozone bis heute "längst nicht krisenresilient" sei, urteilt die Forschungsdirektorin der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Die deutschen Austeritätsdiktate beim Vorgehen gegen die Eurokrise und die Berliner Migrationspolitik hätten auf dem ganzen Kontinent das "Misstrauen gegen angebliche deutsche Alleingänge und Hegemoniestreben wiederaufleben lassen", warnt der Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK). Mit Blick auf die deutsche EU-Politik urteilt ein Historiker, die schon aus der Zeit des Kaiserreichs in anderen Staaten Europas verbreitete Wahrnehmung Deutschlands als "unberechenbar" sowie als "Bedrohung" sei heute wieder verbreitet; "die Frage nach der Verträglichkeit der deutschen Stärke mit der europäischen Ordnung" - "die deutsche Frage von 1871" - werde derzeit erneut gestellt. Deutschland stehe "wieder da, wo es 1914 stand".

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https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7820/

Um sich auszutragen, diesen Link im Browser öffnen:
https://www.german-foreign-policy.com/info/newsletter/

 

  1. Vom Bundesausschuss Friedensratschlag:

Liebe Friedensfreundinnen, liebe Friedensfreunde,

 

das neue Ratschlagsbuch ist da und kann ab sofort im Buchhandel gekauft oder direkt beim Verlag bestellt werden.

 

„Abrüsten statt Aufrüsten“

Unter diesem Titel kommen Autorinnen und Autoren aus Friedensforschung, Politik, Gewerkschaft und Friedensbewegung zu Wort, die sich auf dem 24. bundesweiten Friedensratschlag am 2. und 3. Dezember 2017 in der Universität Kassel trafen, um Analysen und Lösungsansätze dafür zu präsentieren, wie eine friedenfähige Politik entwickelt und durchgesetzt, wie Spannungen ab- und Vertrauen aufgebaut werden können. Ihre Texte basieren auf Beiträgen, die sie dort gehalten haben.

Die Autor*innen sind: Jacqueline Andres * Matin Baraki * Murat Çakır * Erhard Crome * Heidemarie Dann * Kai Ehlers * Rolf Gössner * Harri Grünberg * Joachim Guilliard * Uwe Hiksch * Wolfgang Lemb * Karin Leukefeld * Mosshen Massarrat * Jochen Nagel * Norman Paech * Freya Pillardy * Anne Rieger * Thomas Roithner * Werner Ruf * Ingar Solty * Rainer Werning

Das Buch kostet im Handel 15 Euro.  Bestellungen von Privatpersonen beim Verlag sind innerhalb Deutschlands versandkostenfrei. Für Gruppen bietet der Verlag Sonder­konditionen: Die Bücher können in Kommission beim Verlag geordert werden. Bei der Abrechnung wird ein Rabatt von 30 % gewährt (= 4,50 Euro pro Buch). Im Anhang findet ihr das Inhaltsverzeichnis.

Helft bitte aktiv mit bei der Verbreitung des Buches!

 

Die Kontaktdaten:

Antiquariat & Verlag Winfried Jenior

Marienstr. 5

34117 Kassel

Tel: 0561 – 7391621

Fax: 0561 – 774148

 

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.jenior.de

 

Öffnungszeiten:

Mo-Fr 10.00 – 13.00 Uhr und 15.00 – 18.00 Uhr

 

Lühr Henken (Hrsg.)  Abrüsten statt Aufrüsten

Konfliktanalysen und Lösungsansätze aus der Friedensbewegung

Kasseler Schriften zur Friedenspolitik Band 24

Kassel 2018, 344 Seiten, kartoniert, mit einigen Abbildungen

Preis: 15 Euro

ISBN 978-3-95978-055-1

 

  1. Siehe Anhang: Rundbrief zu Palästina und Israel

 Download this file (000 Rundbrief zu 2. Aufl. Religionen für Gerechtigkeit in Palästina-Israel.pdf)  000 Rundbrief zu 2. Aufl. Religionen für Gerechtigkeit in Palästina-Israel.pdf


 

Verlag Westfälisches Dampfboot

 

Woher der Verlagsname, der manchen kurios oder auch nur lustig erscheint? Mit ihm knüpft der Verlag an die Zeitschrift Westphälisches Dampfboot an, die im Vormärz von 1845 bis 1848 im Kraftfeld zweier Industrialisierungsgebiete erschien: der bergisch-märkischen Eisenindustrie und der ravensbergischen Leinenindustrie. 

Mit der Zeitschrift wurde versucht, aufklärend in die gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen einzugreifen. Dieses Anknüpfen hat in der Entwicklung des Verlages zur Herausbildung seiner verschiedenen Schwerpunkte geführt. 

Denn auch und gerade heute, unter offensichtlich geänderten gesellschaftlich-politischen Verhältnissen, halten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Verlags diese Zielrichtung für wichtiger denn je. Beim Verlag Westfälisches Dampfboot handelt es sich deshalb auch nicht primär um einen wissenschaftlichen Fachverlag (oder gar einen Dissertationsverlag), sondern um einen Programmverlag, der vor dem Hintergrund der wissenschaftlich-politischen Diskussion bestimmte Thematiken behandelt und in jene eingreift .

 

Zum Verlag: http://www.dampfboot-verlag.de

 


Liebe Bücherfreunde,

 

wir freuen uns, wenn unsere Bücher Debatten anstoßen, wie zuletzt im Falle unseres Erfolgstitels »Unter Sachsen. Zwischen Wut und Willkommen«, dessen Vorstellung im Meißener Rathaus von einigen Lokalpolitikern zunächst verhindert werden sollte. Die Präsentation des Buches fand — unter Auflagen — dennoch statt und wir haben Matthias Meisner, einen der Herausgeber des Buches, gebeten, die Geschehnisse noch einmal für diesen Newsletter zusammenzufassen. Unser Fazit: Es lohnt sich in jedem Fall, für die Meinungsfreiheit einzutreten und sich mit allen rechtsstaatlichen Mitteln gegen Verbote und Auflagen zur Wehr zu setzen.

Was die europäische Politik so treibt, um die »Festung Europa« vor Flüchtlingen zu schützen, ist mindestens dubios, wenn nicht in Teilen gesetzeswidrig, und es ist daher höchste Zeit, einmal genauer hinzusehen, mit wem wir uns hier auf welche Art von »Deals« einlassen. Die taz-Redakteure Simone Schlindwein und Christian Jakob haben sich über viele Jahre mit der Auswertung interner Vertrags- und Strategiepapiere beschäftigt. »Diktatoren als Türsteher Europas« heißt das so entstandene Buch, das im Oktober erscheint und aufzeigt, wie die EU faktisch ihre Grenzen nach Afrika verlagert. Exklusiv für die Abonnenten unseres Newsletters haben Simone Schlindwein und Christian Jakob einen Werkstattbericht zur Entstehung ihres Buches geschrieben.

Ein zweites Schlaglicht werfen wir heute auf Vietnam. Heike Baldauf, Autorin unseres Vietnam-Länderporträts, pendelt zwischen Leipzig und Hanoi und schreibt für Spiegel OnlineHandelsblatt und für diesen Newsletter über Gratwanderungen am 17. Breitengrad.

Um Platz für die neuen Bücher zu schaffen, erstellen wir zurzeit einen Flyer mit ausgewählten Exemplaren älterer Titel, die wir zum günstigen Preis abgeben. Wer diesen Flyer nach Fertigstellung per Post zugeschickt haben möchte, darf uns gern Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! geben.

Viel Vergnügen bei der Lektüre unseres Newsletters.

Herzliche Grüße aus der KulturBrauerei,

Ihr Ch. Links Team


Hier schlage ich die sehr gute und wichtige Rezension für unsere hp amos

vor. Jochen Hirsch ist ein sehr wichtiger kritischer Geist ist.

 

Herzliche Grüße, Hartmut

 

Hier der Link zur Rezension

http://www.fr.de/kultur/literatur/gesellschaft-im-suv-zum-biobauern-a-1282006,PRINT?_FRAME=33


NEU bei ISP - jetzt lieferbar:

 

Christoph Jünke  (Hrsg.)
Marxistische Stalinismuskritik im 20. Jahrhundert
Eine Anthologie
616 Seiten, Hardcover, € 24.80
Neuer ISP-Verlag 2017
ISBN 978-3-89900-150-1

 

Klappentext: "Hat sich die Russische Revolution 1917 im Stalinismus bis zur Kenntlichkeit oder bis zur Unkenntlichkeit verändert? Ist die Entwicklungsgeschichte von Lenin zu Stalin eine Geschichte des Bruchs oder der Kontinuität? Nicht zu bestreiten ist jedenfalls, dass das, was wie ein Alp auf den Hirnen auch unserer Gegenwart lastet, seine schärfsten Kritiker schon damals vor allem von links gefunden hat. Die vorliegende Anthologie dokumentiert erstmals umfassend die großen Linien dieser marxistischen Stalinismus-Kritik im 20. Jahrhundert. Einführend und vertiefend zugleich behandeln die hier dokumentierten Texte die Fragen nach der historischen Entstehung des Stalinismus, nach den Widersprüchen und dem Charakter sowohl der Russischen Revolution von 1917 wie der daraus entstandenen »real-sozialistischen« Gesellschaftsformationen, nach dem Klassencharakter der Regime wie nach dem Verhältnis von stalinistischer Legitimationsideologie und marxistischer Theorietradition. Und sie zeigen auf, dass und warum der sich im Stalinismus so verhängnisvoll manifestierende bürokratische »Sozialismus« einen Bruch mit emanzipativen Sozialismus-Formen und der aufgeklärten marxistischen Gesellschaftswissenschaft darstellt – und welche politisch-theoretischen Konsequenzen dies für eine antistalinistische Theorie und Praxis sozialistischer Bewegungen hat."

 

Das Buch enthält Texte von: Christian Rakowski, Victor Serge, Leo Trotzki, Leo Kofler, Edward P. Thompson, Henri Lefebvre, Roman Rosdolsky, Jacek Kuron/Karol Modzelewski, Isaac Deutscher, Ernest Mandel, Oskar Negt, Lucio Colletti, Ralph Miliband, Rudolf Bahro und Boris Kagarlitzki.
Die Texte von Serge, Thompson, Miliband und Kagarlitzki liegen hier erstmals auf deutsch vor.

 

Mehr Informationen (zu den Autoren und zum Inhalt) findet Ihr hier: https://www.neuerispverlag.de/verweis.php?nr=167

 

Der Neue ISP-Verlag hat sich (aufgrund der 100-Jahres"feiern" zur Russischen Revolution) dankenswerterweise entschieden, das (umfangreiche) Buch bis zum Ende diesen Jahres als Subskriptionspreis für 24,80 € anzubieten. Ab 1. Januar 2018 kostet es dann 29,80 € - Interessenten sollten also schnell zuschlagen!

 

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Neuer ISP Verlag GmbH Köln/Karlsruhe

 

Belfortstr. 7

 

76133 Karlsruhe

 

Tel. 0721 / 31183 (das Telefon ist aber zurzeit außer Betrieb!)

 

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www.neuerispverlag.de

Außerdem: Auf der homepage des Neuen ISP-Verlages findet Ihr ab sofort auch mein 2007 erschienenes und bereits vergriffenes Buch über den langen Schatten des Stalinismus als kosten

 


In dem beigefügten Prospekt finden Sie die ausführliche Beschreibung unserer neuen Titel und eine Auflistung der derzeit lieferbaren Hefte. 

Besonders möchten wir Sie auf die beiden in diesen Tagen erschienen Hefte hinweisen:

 

Matthias Burchardt: Wider die neoliberale Zurichtung des Menschen

76 Seiten, 5 Euro

 

Heinz-J. Bontrup: Noch Chancen für Wachstum und Beschäftigung?

76 Seiten, 5 Euro 

 

Hier das Prospekt als PDF  Download this file (Unsere neuen Hefte - Sommer 2016.pdf)Unsere neuen Hefte - Sommer 2016.pdf

 


 

Drei meiner Lieblingsbücher sind derzeit:

Ulrich Brand/Markus Wissen: Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von  
Mensch und Natur im Globalen Kapitalismus. München:oekom Verlag 2017. -  
Die beiden Autoren analysieren aus Gegenwart und neuzeitlicher  
Kolonial-Geschichte, wie und warum im "Norden" des Planeten Erde und  
steigend auch in den "Schwellenländern" auf Kosten anderer Völker, der  
Natur und der Zukunft gewirtschaftet und gelebt wird. Sie erklären auch  
aktuelle Kennzeichen der Epoche: Aufstieg von Rechtspopulisten und  
Diktaturen ebenso wie Flucht und vermeintliche/tatsächliche Fluchtursachen.

Ulrich Grober: Der leise Atem der Zukunft. Vom Aufsteig nachhaltiger Werte  
in Zeiten der Krise. München: oekom- Verlag 2016 - Gegen den von manchen  
gespflegten Ungeist der Resignation und Untergangsstimmung  nähert der  
Autor sich Beispielen von Alternativen hierzulande, er begeht sie mit  
anderen Zeitzeugen und liefert gute Gründe für Hoffnungsstarke Praxis. Es  
ist auch ein kulturgeschichtlich sehr kluges Buch.

Bettina von Clausewitz: Wer, wenn nicht wir! Weltverbesserer und  
Querdenker im Gespräch, Wuppertal: Peter Hammer Verlag 2016, -  In den  
derzeitigen Krisen und Umbrüchen berichtet die Autorin von Menschen, die  
überzeugt und ansteckend  handeln: Wir alle haben  
Interventions-Möglichkeiten. Wir können die Welt verbessern.Mut,  
Unbewuemlichkeit und Querdenken gehören allerdings dazu.

Hartmut Dreier (März 2017)

 

Lesetipp als PDF: Download this file (Presseinformation Buch Grober.pdf)Presseinformation Buch Grober.pdf

 

 


 

Die Landesarbeitsgemeinschaft Christinnen und Christen in der Linken aus Hessen gibt regelmäßig die als PDF produzierte Zeitschrift micha.links heraus.

Eben ist  die aktuelle Ausgabe erschienen, es geht schwerpunktmäßig um das Thema Laizität. Wir erhielten den Link über Franz Segbers.

 

Download this file (micha_links_2016_2__final.pdf) micha_links_2016_2__final.pdf

 


 

Aktueller Buchhinweis zum Thema  
des 16. Abrahamsfestes: "Zuhause auf dem Planeten Erde". Wir kennen den  
Autor und empfehlen sein kommendes Buch und seine behutsame, nachhaltige  
Sichtweise auf unser Leben.

Presseinformation Buch Grober als PDF

Download this file (Presseinformation Buch Grober.pdf) Presseinformation Buch Grober.pdf

 

Liebe Leserinnen und Leser,


„... eine außerordentlich eindrucksvolle Arbeit. Die Reichweite der Analyse, das Maß an Konkretion und die Sorgfalt, mit der historische und theoretische Debatten bewertet und diskutiert werden, sind eindrucksvoll“ schrieb John Holloway in der PROKLA über Heide Gerstenbergers Buch Die subjektlose Gewalt. Lange vergriffen ist es jetzt wieder erhältlich. Mit der zweiten Auflage betritt der Dampfboot-Verlag zugleich Neuland: Das Buch gibt es als E-Book, also digital. Sie können es überall, wo E-Books angeboten werden, beziehen, natürlich auch direkt beim Verlag.

Neu aufgelegt haben wir auch Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen von John Holloway. Sowohl mit Beifallsstürmen bedacht als auch ausgebuht ist es Holloway gelungen, eine breite und lang andauernde, internationale Debatte anzustoßen, die an Lebhaftigkeit ihresgleichen sucht. Die 5. Auflage der erfolgreichen Streitschrift ist ab sofort erhältlich.

Seit 2007 veröffentlicht der Verlag Bücher zu kritischer Raumforschung in der beliebten Reihe Raumproduktionen: Theorie und gesellschaftliche Praxis. Anna Kern schreibt in Band 22 über die Produktion von (Un)Sicherheit - Urbane Sicherheitsregime im Neoliberalismus, Anja Feth untersucht in Band 23 Staat, Polizei und Alltag in Buenos Aires und Felix Wiegands Buch David Harveys urbane Politische Ökonomie (Band 16) bieten wir neu in der zweiten, korrigierten Auflage.



Heide Gerstenberger

Die subjektlose Gewalt
Theorie und Entstehung bürgerlicher Staatgewalt
(Theorie und Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft Band 1)


derzeit nur als E-Book erhältlich
2016 - 658 Seiten - € 39,90
ISBN: 978-3-89691-000-4Von:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!\"';document.getElementById('cloak99042996c3164f52557ed6c0f2caf909').innerHTML += ''+addy_text99042996c3164f52557ed6c0f2caf909+'<\/a>'; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
An:
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Kopie:
Betreff: Verlag Westfälisches Dampfboot: Newsletter 11. Mai 2016
Datum: Wed, 11 May 2016 12:58:47 +0200

Mit besten Grüßen
Ihr Verlag Westfälisches Dampfboot
Verlag Westfälisches Dampfboot
Hafenweg 26a
48155 Münster
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F: ++49 (0)251 39 00 48 50
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Franz Segbers, Wie Armut in Deutschland Menschenrechte verletzt

 

Verlag: Publik-Forum Edition / 94 Seiten / EUR 11,90 

ISBN-10: 3880952965

ISBN-13: 978-3880952966

 

Was undenkbar scheint, belegt Franz Segbers in seinem Buch. Heißt es in Artikel 22 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: »Jeder Mensch hat als Mitglied der Gesellschaft Recht auf soziale Sicherheit«, so steht die wachsende Armut in Deutschland dem entgegen. Es ist eine Schande. In einem der reichsten Länder hat die Zahl der Armen mittlerweile ein Rekordniveau von 15,5 Prozent erreicht – 12,5 Millionen Menschen. Mit dieser Meldung hat der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV) im Februar 2015 die Öffentlichkeit aufgerüttelt. Und sofort wurde in zahlreichen großen Medien zum Gegenangriff geblasen. Überraschend ist der gleichlautende Tenor. Die harsche Kritik in Medien und Politik lässt vermuten, dass es gar nicht um Statistik geht, sondern um eine Verharmlosung der Armut. Die Gerechtigkeitsfrage soll vielmehr außer Streit gestellt werden.

 

Wer Armut als Verweigerung von Menschenrechten versteht, der sieht in den Menschenrechten auch die Lösung des Armutsproblems. Arme Menschen sind zuerst und vor allem Bürger und Bürgerinnen, denen Menschenrechte vorenthalten werden. Weit davon entfernt, nur Bedürftige zu sein, die auf Versorgung und Tafeln warten, oder Eltern, die dankbar sein sollen, wenn sie ein Bildungs- und Teilhabepaket für ihre Kinder bekommen, sind arme Menschen Bürgerinnen und Bürger, denen Rechten verwehrt werden. Wir brauchen eine Strategie der Armutsbekämpfung, die sich an den Menschenrechten orientiert.

 

Das zentrale Element des Kampfes gegen Armut besteht in der Achtung und Durchsetzung der Menschenrechte. Armut zu bekämpfen ist dann keine vage Absicht mehr, sondern stellt eine klare Pflicht zu entsprechenden Maßnahmen dar, die die Menschenrechte durchsetzen. Von entscheidender Bedeutung aber ist die Pflicht des Staates, eine gerechte Sozialordnung zu gestalten, in der die Menschenrechte von allen Bürgerinnen und Bürgern respektiert, geschützt und erfüllt werden. Dazu gehören das Recht auf eine bedarfsorientierte, armutsfeste und sanktionsfreie soziale Sicherung, Löhne, von denen man in Würde leben kann, und ein System sozialer Sicherheit, damit jeder frei von Furcht und Not leben kann. Vor allem aber achtet eine menschenrechtsbasierte Armutsbekämpfung bedürftige Menschen ausdrücklich als Träger von Menschenrechten. Die Menschen fordern keine Wohltaten; sie fordern ihr gutes Recht.

 

Prof. Dr. Franz Segbers

Nonnbornstr. 14a

D-65779 KELKHEIM

Tel. 06195 - 67 42 585

Mobile: 01522 16 32 492

Fax: 06195-  68 50 542

www.Franz-Segbers.de

 

Neue Publikationen:

 

Franz Segbers, Wie Armut in Deutschland Menschenrechte verletzt, Publik-Forum-Edition, 96 S. / 11,90 Euro

 

 

Franz Segbers / Simon Wiesgickl (Hrsg.) »Diese Wirtschaft tötet« (Papst Franziskus)Kirchen gemeinsam gegen Kapitalismus.

Eine Veröffentlichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung, 256 Seiten | In Kooperation mit Publik-Forum | 2015 | EUR 16.80 | ISBN 978-3-89965-656-5 – online: http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/sonst_publikationen/VSA_Segbers_Wiesgickl_Diese_Wirtschaft_Netz.pdf

 

 

Franz Segbers, Ökonomie, die dem Leben dient.

Die Menschenrechte als Grundlage einer christlichen Wirtschaftsethik,

Kevelaer / Neukirchen Vluyn | 2015 | 248 Seiten | EURO 24,95 |ISBN 978-3-76662-179-5   

    

 

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

 in Dresden kann die rechtsextreme "PEGIDA" offen rassistisch hetzen. Im 

Dunstkreis dieser und ähnlicher „Bewegungen“ machenrechte Schläger Jagd 

auf Flüchtlinge, MigrantenInnen und AntifaschistInnen.

 

 Dass Pegida in Dresden wütet hat dazu geführt, dass rings umdie Stadt 

mittlerweile Flüchtlinge deutschlandweit am wenigsten sicher leben können. 

Aber nicht nur Dresden ist betroffen. Überall in Deutschland werden

MigrantInnen und AntifaschistInnen angegriffen, verletzt, getötet. „Die 

Bundesregierung hat ihre Angaben zu den Todesopfern rechtsradikaler 

Gewalttaten in Deutschland überprüft und nach oben korrigiert:Demnach 

wurden seit 1990 insgesamt 75 Menschen bei 69 Mordanschlägen durch

Rechtsradikale getötet.“ (DIE ZEIT, Juli 2015)

 Und trotzdem werden zumeist diejenigen kriminalisiert, die sich den 

Rechtsextremisten in den Weg stellen.

 

 Vier Bücher aus dem Dampfbootprogramm möchten wir Ihnen zu dieser 

Thematik in Erinnerung bringen, heute so aktuell wie am Erscheinungstag:

 

Opferperspektive e.V. berichtet über rassistische Diskriminierung und 

rechte Gewalt. Der gemeinnützige Verein setzt sich für Opfer rechter 

Gewalt ein, damit jeder Mensch, gleich welchen nationalen, ethnischen, 

religiösen, sexuell-orientierten oder weltanschaulichen Hintergrunds, frei 

und ohne Angst sich bewegen und gleichberechtigt am gesellschaftlichen 

Leben teilhaben kann.

 

 Ostdeutsche Kleinstädte gelten häufig als der idealtypische Ort für 

rechtsradikale Strukturen und deren Aktivisten. Thomas Bürk untersucht in 

seiner Studie den Umgang von Flüchtlingen, MigrantInnen und nicht-rechten 

Jugendlichen in Städten, die von einer rassistischen Dominanz geprägt sind.

 

 Auch Tobias Piepers Untersuchung über die Ausschließung von MigrantInnen 

hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Asylsuchende,de 

facto-Flüchtlinge und geduldete MigrantInnen werden hierzulande seit 1982 

in lagerähnlichen Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, diedezentral 

über das Bundesgebiet verteilt liegen.

 Von der Analyse des Sozialraums Lager aus der Perspektive seiner 

BewohnerInnen ausgehend fragt Tobias Pieper nach der politischen, 

ideologischen wie ökonomischen Funktion der Lagerunterbringung und rollt 

diese in ihren historischen Dimensionen auf.

 

 Wie kämpfen illegalisierte MigrantInnen um ihre Rechte? Mitte der

neunziger Jahre besetzte in Paris eine Gruppe Sans Papiers eine Kirche, um 

für legale Aufenthaltstitel zu kämpfen.

 Mehr als ein Jahrzehnt später streikten mehr als sechstausend 

illegalisierte MigrantInnen, unterstützt durch die Gewerkschaft CGT, in 

mehreren Betrieben und verschiedenen Sektoren.

Neva Löw beschäftigt sich in ihrer Studie mit Möglichkeiten der 

Organisierung illegalisierter MigrantInnen im postfordistischen 

Migrationsregime. Anhand qualitativer Interviews analysiert sie zwei 

Widerstandpraxen und setzt sie zueinander in Bezug.

 

Opferperspektive e.V. (Hrsg.)

Rassistische Diskriminierung und rechte Gewalt

An der Seite der Betroffenen beraten, informieren, intervenieren

2. korr. Auflage

 2015 - 381 Seiten - € 19,90

 ISBN: 978-3-89691-947-2

 

Inhaltsverzeichnis

Thomas Bürk

Gefahrenzonen, Angstraum, Feindesland?

Stadtkulturelle Erkundungen zu Fremdenfeindlichkeit und 

Rechtsradikalismus in ostdeutschen Kleinstädten

(Raumproduktionen: Theorie und gesellschaftliche Praxis Band 14)

2012 - 383 Seiten - € 34,90

ISBN: 978-3-89691-894-9

 

Inhaltsverzeichnis

Tobias Pieper

Die Gegenwart der Lager

Zur Mikrophysik der Herrschaft in der deutschen Flüchtlingspolitik

2. Auflage

2013 - 425 Seiten - € 34,90

ISBN: 978-3-89691-741-6

 

Inhaltsverzeichnis

Neva Löw

Wir leben hier und wir bleiben hier!

Die Sans Papiers im Kampf um ihre Rechte

2013 - 159 Seiten - € 19,90

ISBN: 978-3-89691-945-8

 

Inhaltsverzeichnis

Mit besten Grüßen

Ihr Verlag Westfälisches Dampfboot

 

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Verlag Westfälisches Dampfboot

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Dr. Franz Segbers Buchbeschreibungen als PDF

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Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

ich erlaube mir, Sie / Euch auf meine neue Publikation hinzuweisen:

 

Franz Segbers

Ökonomie, die dem Leben dient.

Die Menschenrechte als Grundlage einer christlichen Wirtschaftsethik

 

Verlagskooperation: Kevelaer / Neukirchen-Vluyn

 

248 Seiten | Euro 24,95

 

ISBN 978-3-7666-2179-5 (Butzon & Bercker)

ISBN 978-3-7887-2958-5 (Neukirchener)

E-Book (Mobi): ISBN 978-3-7666-4281-3

E-Book (PDF): ISBN 987-3-7666-4282-0

E-Pub: ISBN 987-3-7666-4280-6

 

Die sozialen Menschenrechte  sind die große zivilisatorische Errungenschaft des 20. Jahrhunderts. Sie sind eine Antwort auf die Arbeitslosigkeit und Not der großen Weltwirtschaftskrise.  Die sozialen Menschenrechte öffnen den Horizont für ein Leben in Freiheit, ohne materielle Not und existentielle Furcht. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Millionen Menschen wären anders, würden die sozialen Menschenrechte beachtet. „Diese Wirtschaft tötet.“ So urteilt Papst Franziskus über Verhältnisse, der sich die Mehrheit der Menschen ausgeliefert sieht.

 

Seit 2012 gab es in Südasien weit fast zwei tausend Tote in Textilfabriken, wo europäische Konzerne produzieren lassen. Nur der Gewinn zählt. Minimalste Arbeitsstandards werden schlicht ignoriert. Doch nicht nur das. Es handelt sich dabei um eine schlimme Verletzung sozialer Menschenrechte. Den Konzernen steht ein globales Recht für ihre Interessen zur Verfügung. Doch um die sozialen Rechte der Menschen ist es nicht gut bestellt. Die Menschheit verfügt  über die Mittel, den sozialen Menschenrechten Geltung zu verschaffen.  Es könnte anders ein.   

 

 

                                                                           Die Menschenrechte sind ohne Impulse der biblischen Ethik nicht denkbar. Eine theologische Wirtschaftsethik, die biblisch argumentiert, begegnet  in den sozialen Menschenrechten ihren eigenen Wurzeln. Das Recht auf Arbeit, Rechte in der Arbeit und Rechte aus der Arbeit sind soziale Menschenrechte und markieren zugleich auch das Profil einer theologischen Wirtschaftsethik, die biblisch argumentiert und menschenrechtlich begründet ist.

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Franz Segbers

Nonnbornstr. 14a

D-65779 KELKHEIM

Tel. 06195 - 67 42 585

Mobile: 01522 16 32 492

Fax: 06195-  68 50 542

www.Franz-Segbers.de

 

 


 

Wir sind jetzt seit 22 Jahren in Nicaragua auf der Insel Ometepe aktiv. Du findest unsere aktuellen Aktivitäten unter http://www.ometepe-projekt-nicaragua.de

Vor wenigen Monaten haben wir ein neues Buch herausgegeben.

 

 

 


 

Hartmut Dreier, Roland Günter, Manfred Walz, Initiativkreis Scharoun-Schule Marl: Marl – Industriestatt eigenen Typs. Neuer Aufbruch mit Natur und Kultur, Essen: Klartext in der Reihe des Deutschen Werkbund NW: Einmischen und Mitgestalten, Dez. 2014, 170 S.

Bereits zweimal im AMOS  angekündigt, nun ist dieses Buch da. Weihnachten, spätestens  Neujahr. Alles war druckfertig seit fast einem halben Jahr, der Verleger wollte es bringen, aber der fertige Stick befand sich mitten im Ruhrgebiet in „Geiselhaft“. (Bei Bezug über die Autoren gibt es die üblichen Preisvorteile.) -

Der Buchtitel ist Programm: Perspektiven auch für Stadt-Politik sind gefragt inmitten von Stillegungen von Großbetrieben (Opel in Bochum, die letzten Zechen im Ruhrgebiet: in Marl 2015 und in Bottrop 2018, die Krise bei ThyssenKrupp in Duisburg). Lauter Logistikhallen in jeder Stadt und in Konkurrenz der Städte- das kann´s  nicht sein! - In Marl begaben sich einige auf Schatz-Suche und wurden fündig: Im „Wirtschaftswunder“ der 1950-er/1960er Jahre wurde Marl zu einer Industriestadt eigener Art: mit „Natur und Kultur“, damals dank  einer günstigen Konstellation des Bürgermeisters Rudi Heiland und seiner einflussreichen, sehr weitsichtigen Ratgeber (auf die er hörte!). Die besten Architekten, Pädagogen usw der Zeit schufen Herausragendes; ihre Werke gelten als „Ikonen“ aus jener Zeit: Rathaus, Hügelhäuser, Paracelsusklinik, VHS „die insel“, vor allem die Scharoun-Schule, Skulpturen der Moderne auch im öffentlichen Raum u.a. Das Buch will diese Stadt-Idee für heute und morgen erneut ins Bewusstsein heben und fruchtbar machen für die Zukunft. Wie das gehen kann in aktuellen Krisen-Zeiten, dafür skizzieren die Herausgeber Vorschläge. Dornröschen, wach auf! Der frühe Morgen schimmert am Horizont – auch ohne Bergbau, ohne Logistikhallen – und sogar mit 10 000 Jobs in der Chemie-Industrie.

Gilles Reckinger: Lampedusa. Begegnungen am Rande Europas, Wuppertal: Edition Trickster im Peter Hammer Verlag 2013, 2.Aufl.,228 S.

Lampedusa – Festung Europa, Morde und Tote, dramatische Rettungsaktionen, Ziel der ersten Reise von Papst Franziskus. Was ist das für eine Insel und welches Bild von ihr konstruieren Medien? Wie leben die Menschen dort? Wie verhalten sie sich zu den Flüchtlingen? Wie wirkt die Abschottungspolitik Italiens und Europas? – Der Luxemburger Kulturanthropologe Gilles Reckinger beschäftigt sich seit 2008 mit Lampedusa und legt seine aufmerksamen Beobachtungen in dem sehr wichtigen und spannend lesbaren Buch nieder. Seit seiner Kindheit sind ihm Grenzen fremd, selber groß geworden „in einem kleinen Dorf in Luxemburg, einen Steinwurf von Belgien entfernt, mitten in Europa“. Ein „Mensch des Dazwischen“. In der „scheinbaren Verworrenheit unserer Welt und Zeit“ plädiert er, dass „künftig häufiger langsam geschaut wird“. Auch dafür ist das Buch ein Lehrstück.

(Hartmut Dreier)